Über Demenz: 

Wussten Sie, dass es allein in Österreich bereits ca. 130.000 direkt an Demenz erkrankte Personen gibt und davon ausgegangen wird, dass sich diese Zahl aufgrund der steigenden Lebenserwartung und demografischen Entwicklung bis 2050 verdoppeln könnte. 75 – 80 % der Betroffenen werden zu Hause betreut! Demenzielle Beeinträchtigungen stellen nicht nur direkt Betroffene vor immense Herausforderungen, auch die Angehörigen sind dadurch oftmals psychisch und physisch bis an ihre Grenzen gefordert. Diese große Herausforderung kann sich über Jahre hinziehen.

 

Der Begriff „Demenz“ beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten des Gehirns, die fortschreitend zum Verlust geistiger Fähigkeiten führen. Der Verlust von Gehirnzellen ist ein natürlicher Prozess aber bei einer Demenz geschieht dies sehr viel schneller und resultiert darin, dass das Gehirn der betreffenden Person nicht mehr auf normale Art und Weise funktioniert. Die Alzheimer Demenz ist eine Unterform der Demenz, die bekannteste und häufigste Form. Am zweithäufigsten tritt die vaskuläre Demenz (Schlaganfall) auf. Auch regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann in der Folge zu einer Demenzerkrankung führen.

 

Der Verlauf der Krankheit wird in 7 Stadien beschrieben, die vom amerikanischen Psychiater Barry Reisberg definiert wurden. Diese Einteilung dient dem besseren Verständnis der Krankheit und ist Grundlage für Diagnose, Prognose, Behandlung, den Aufbau eines Demenztrainings und der Beschäftigung mit den Betroffenen.

 

Das Fortschreiten einer Alzheimererkrankung wird von Seiten der Wissenschaft auch ähnlich einer umgekehrten Kindheitsentwicklung beschrieben. Diese Theorie nennt man Retrogenese (=Rückentwicklung). Dabei wird davon ausgegangen, dass Personen mit Alzheimer Demenz ihre Fähigkeiten in derselben, jedoch umgekehrten Reihenfolge abbauen, wie gesunde Kinder diese im Laufe ihrer normalen Entwicklung erlernen. Häufig können daher bei Menschen mit Demenz ähnliche Verhaltensweisen wie bei Kindern beobachtet werden.

 

In der Praxis vermittelt dieses Wissen eine präzisere Vorstellung von den Bedürfnissen der Betroffenen, erklärt aber auch gewisse Verhaltensauffälligkeiten und erleichtert dadurch die Betreuung und Pflege dieser Menschen. Wichtig dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei der Person mit Demenz um einen erwachsenen Menschen handelt, mit Lebenserfahrung. Daher sollte er nicht wie ein Kind behandelt werden, um seine Selbstachtung erhalten zu können.

 

Mehr Informationen dazu liefert Ihnen auch die Alzheimerhilfe www.alzheimer-selbsthilfe.at.